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User_name
= Kerstin Schmidt
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buchtitel = Harry Potter und der Stein der Weisen
autor = Joanne K. Rowling
isbn =
verlag = Carlsen
rezension = Bestsellerlisten und enorme Publicity sind für
mich normalerweise gute Gründe, bestimmte Bücher
zu meiden, wenn nicht eine von mir durchaus geschätzte
Person und Mutter von 4 Kindern im Alter von 17 bis 4 uns
und unseren Kindern diesen Megaseller ans Herz gelegt hätte
mit den Worten: " Ich lese jetzt schon Band Vier, und
den gibt's nur auf englisch!" Das heißt, sie
liest Band Vier ALLEINE. Harry Potter ist eigentlich eine
typisch englische Internatsgeschichte und verzichtet nicht
auf die damit verbundenen Klischees: mißgelaunter
Hausmeister, liebevolle Krankenschwester, liebenswertes
Hausfaktotum, huldvoller Direktor, strenge aber gerechte
Professorin, eine Clique Fieslinge und ein Trio bester Kumpels
um Harry Potter, ein armes Waisenkind und unfreiwilliger
Held und Retter der weißen Magie. Wie bei Hanni und
Nanni oder Dolly oder der andere Quatsch, den ich teilweise
selbst gelesen bzw. mir habe vorschwärmen lassen müssen
in vorpubertärem Alter werden der !
gute englische Sinn für Fairness und andere bewährte
Ideale erzieherischer Tugenden an den Kindern im Zauberinternat
Hogwarts exerziert mit Punktgewinn und Punktabzug und Sportwettbewerben
und Hausregeln und Strafarbeiten und. all das wäre
ziemlich öde, langweilig und auch durchaus ärgerlich,
wenn es nicht so spannend, überraschend und lustig
wäre. Im Internat spuken Geister, die man zur Schnecke
machen kann, die Kinder halten Haustiere wie Taranteln,
Kröten oder Eulen, Harrys spätere Freundin Hermine
ist ein Klugscheisser und unverbesserliche Nervensäge,
ein Gespenst gibt Unterricht in "Geschichte der Zauberei"
und Quidditch ist ein Sportgemisch aus Fuß- Basket
- Baseball mit 4 Bällen und wird in der Luft gespielt-
auf Besen der Fabrikate "Nimbus 2000" oder "Sauberwisch
sieben". Sehr schön und besonders faszinierend
die ersten 4, 5 Kapitel, in denen Harry von seiner wahren
Bestimmung erfährt und den Kontrast zwischen "Muggelwelt"
(also unser aller Normalzustand) und dem pa!
rallelen, unbekanntem Zaubereralltag. Seine Schulaustattung
besteht aus Kessel, Federkiel, Zauberstab und einem Sortiment
Kolben und Gläsern, und seitdem vermisse ich Vasen,
Flaschen und sonstigen Schnick, während unser Sohn
den restlichen Schnack auf dem Flohmarkt zusammen trödelt.
Und zum Glück ist es nicht nur eine Internats-, sondern
auch eine Detektivgeschichte, in der viele falsche Fährten
gelegt werden, und die Auflösung des Knotens überrascht
nicht nur Harry Potter. Auf alle Fälle, trotz aller
Bestsellerlistenerfolge und Stereotypen riskieren wir lieber
die Heiserkeit mit den kommenden Bänden und schnuppern
an Zaubertränken aus Currypulver und Brennesseltee,
als nochmal mit der Preisfrage gequält zu werden:"Wie
heißt die Weiterentwicklung von Pikachu?"
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Form processed at Sun Aug 6 02:01:25 MEST 2000
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